Gemeinde St. Stefan im Gailtal

Über die Gemeinde

Zahlen, Daten & Fakten

Größe: 54,07 km2

Ortschaften: Dolintschitschach, Feistritz ob Bleiburg, Gonowetz, Hinterlibitsch, Hof, Lettenstätten, Penk, Pirkdorf, Rischberg, Ruttach-Schmelz, St. Michael ob Bleiburg, Tscherberg, Unterlibitsch, Unterort, Winkel

Einwohner: 2194

Seehöhe: 486 bis 2.114 ü.d.Adria (Petzen)


loading
Seite /

Die ersten menschlichen Spuren gehen zurück auf die Urnenkultur, etwa 1000 Jahre vor unserer Zeitrechnung. Ein Beweis dafür ist ein Bronzewerkzeug, welches 1963 in der Nähe der Feistritzquelle gefunden wurde. Beim Bau der Eisenbahn 1873 stieß man bei der Ortschaft Tscherberg auf ein Hügelgrab mit Beigaben. Weitere Brandgräber aus der Hallstattzeit wurden 1885 gefunden. 1952 wurden am Katharinakogel, Spuren von einer befestigten Siedlung aus dem 7. bis 5. vorchristlichen Jahrhundert entdeckt. Das älteste jemals in Kärnten gefundene Gold wurde im Sommer 1999 am Katharinakogel gefunden. Bereits im 1. nachchristlichen Jahrhundert befand sich hier am Petzenabhang eine Römerstraße, die heute noch gut sichtbar ist. Viele Funde in Unterlibitsch, Hof und Pirkdorf weisen auf die Anwesenheit der Römer hin. Erstmals erwähnt wird Feistritz/Bistrica (= Ort am Bach) in einer Urkunde aus dem Jahr 1261. Darin ist von einem ritterlichen Ministerialen "Fridericus de Veustricz" - von den Heinburgern auf ihren Gütern in Feistritz eingesetzt - die Rede. Im September 1473 kam es zum ersten Einfall der Türken, die ihr Hauptlager in Pirkdorf (bei der heutigen Buschenschank Tschaitschmann vlg. Schatter) aufgeschlagen haben. 1480 folgten Übergriffe der Ungarn.

Mit der Volksabstimmung 1920 kam es auch zu einigen Gemeindegrenzänderungen. So erhielt 1921 die Gemeinde Feistritz ob Bleiburg die nicht an Jugoslawien (heute Slowenien) gefallenen Teile der Gemeinde Schwarzenbach/Crna, neun Häuser der Gemeinde Mießberg (heute Rischberg) mit 41 Einwohnern und ausgedehnte Waldgebiete am Nordhang der Petzen. Auf der Landkarte war die Gemeinde fast zwei Jahrzehnte nicht zu sehen. Die seinerzeit vom Land erzwungene "Ehe" mit Bleiburg wurde auf Grund des Ergebnisses einer Volksbefragung schlussendlich per Verordnung der Kärntner Landesregierung mit 31.Dezember 1990 "geschieden". Damit wurde Feistritz-Bistrica wiederum zu einem eigenständigen Gemeindeverwaltungssprengel im Bezirk Völkermarkt.


Zur Zeit der Gemeindegründung (um 1850), war Feistritz ein wirtschaftlich blühender Ort:

bis 1945: 6 Schmieden, hauptsächlich Nägelschmieden; 8 Mühlen, einzelne davon existierten bis 1950; 6 Sägewerke; Kaufhaus. Feistritz war damals schon von wirtschaftlicher Bedeutung für die ganze Region.

50er Jahre bis 1972: Zwei Sägewerke, Mühle, Konservenfabrik (bis ca. 1960), Matratzenfabrik, Schlosserei und Landmaschinenhandel, mehrere Tischlereien und andere kleingewerbliche Betriebe; durch die Erschließung der Petzen: Zunahme der Attraktivität der Gemeinde für den Fremdenverkehr; 1970 wurde das Filterwerk gegründet - heute mit über 2.500 Beschäftigten der zweitgrößte Industriebetrieb Kärntens. 2008 wurde das Gemeinschaftsunternehmen BOSCH-MAHLE-Turbo Systems GmbH&Co.KG zur Entwicklung, Fertigung und zum Vertrieb von Abgasturboladern gegründet. Hier in St. Michael sind zunächst 120 Mitarbeiter tätig sein. Die Serienproduktion für Abgasturbolader, die in Pkw und leichten Nutzfahrzeugen sowohl bei Benzin- als auch bei Diesel-Motorisierungen zum Einsatz kommen soll, startet 2013. Im Endausbau sollen an die 450 Personen beschäftigt werden.


Die gesamte Marktgemeinde Feistritz ob Bleiburg / Bistrica nad Pliberkom ist eine zweisprachige Gemeinde im Sinne des Volksgruppengesetzes 1976. Bei der Volkszählung 1910 gaben 99,1 % der Feistritzer Bevölkerung "slowenisch" als ihre Umgangssprache an. Bei der letzten Volkszählung 2001 bekannten sich 33% zu der slowenischen Sprache und 67% gaben "deutsch" als Umgangssprache an. Bei der Volksabstimmung im Jahre 1920 stimmten 64,7 % (653 Stimmen) für den Anschluss an Südslawien. Neben der Volksgruppenzugehörigkeit waren auch wirtschaftliche Überlegungen ausschlaggebend. Seit Jahrhunderten leben und arbeiten diese beiden Volksgruppen jedoch im Großen und Ganzen friedlich miteinander und bereichern sich durch Wirtschaft und Kultur gegenseitig. Sämtliche Ortsbezeichnungen im Gemeindegebiet sind heute zweisprachig ausgeführt. Ebenso werden die Volksschule und der Kindergarten mehrsprachig geführt.


Das Recht, ein Wappen nach folgender Beschreibung zu führen, wurde der Marktgemeinde Feistritz ob Bleiburg mit Urkunde der Kärntner Landesregierung vom 23.10.1992 erteilt: In grünem Schild golden ein schräglinker Wellenbalken, oben begleitet von einer Königskrone, unten von einer Waage. Die Fahne zeigt die Farben Grün-Gelb mit eingearbeitetem Wappen. Die Krone erinnert an die Sage von König Mathias Corvinus. Die Waage gemahnt an den heiligen Erzengel Michael, der Patron der Urpfarre St. Michael (eine Stiftung der Hollenburger im Jahr der 1050). Das gewellte Band symbolisiert den Feistritzbach, der sich durch die Gemeinde schlängelt.

 


Am 03. Juli 2008 beschloß der Kärntner Landtag, dass die Gemeinde Feistritz ob Bleiburg mit Wirkung vom 30. August 2008 das Recht zur Führung der Bezeichnung Marktgemeinde hat. 

Die Erhebnung zur Marktgemeinde erfolgte in Anerkennung der historischen, kulturellen, wirtschaftlichen sowie der touristischen Entwicklung und der über die Grenzen der Gemeinde hinausreichenden zentralörtlichen Bedeutung.

 


Digitale Karten- & Statistik-Services
rund um Feistritz ob Bleiburg



Auf der Übersichtskarte im KAGIS können Sie unsere Gemeinde im Kärntner Geoinformationssystem (KAGIS) betrachten. Verschiedene Kartensammlungen bzw. Themenbereiche stehen zur Verfügung (z.B. Ortsplan)

Werfen Sie einen Blick auf die statistischen Daten unserer Gemeinde auf der Homepage der Statistik Austria (Bundesanstalt Statistik Österreich).